Fortbildung beim Spiegel Institut „Barrierefreiheit: Warum und wozu Leichte Sprache?“

CABkom | Leichte Sprache

Am 6. und 7. November hat die CABkom eine Fortbildung beim Spiegel Institut GmbH gegeben. Lesen Sie mehr zu den Inhalten und Highlights der Fortbildung.

Wie können Informationen so gestaltet werden, dass sie wirklich von allen Menschen verstanden werden? Mit dieser Leitfrage haben wir uns in unserer Fortbildung „Barrierefreiheit – Warum und wozu Leichte Sprache“ mit Texter*innen und UX-Designer*innen des Spiegel Instituts beschäftigt. Es waren zwei intensive Tage, an denen viele neue Perspektiven sichtbar wurden und sich ein gemeinsames Bewusstsein dafür entwickelt hat, wie wichtig Zugänglichkeit für Kommunikation und Produktgestaltung ist.

Im ersten Teil der Fortbildung widmeten wir uns der Frage, was Barrierefreiheit bedeutet – und vor allem: für wen. Besonders deutlich wurde dies durch Übungen, die die Teilnehmenden dazu einluden, Barrieren nicht nur theoretisch zu betrachten, sondern sie gedanklich selbst zu erleben. Mithilfe von Methoden wie Empathy Mapping oder der Entwicklung inklusiver Personas entstand ein vertieftes Verständnis dafür, wie unterschiedlich Menschen Informationen wahrnehmen und welche Hürden entstehen, wenn Sprache oder Gestaltung nicht berücksichtigt werden, wie vielfältig die Bedürfnisse von Nutzer*innen sein können. Hier zeigte sich schnell, dass Barrierefreiheit kein Randthema ist, sondern ein wesentlicher Bestandteil nutzerzentrierter Arbeit.

Im zweiten Teil ging es um die Leichte Sprache selbst. Wir sprachen über ihre Regeln, über die Menschen, für die sie entwickelt wurde, und darüber, welche Missverständnisse es oft rund um das Thema gibt. Besonders anschaulich wurde dieser Teil durch verschiedene mediale Beispiele. Durch eine Hörstation konnten die Teilnehmenden erfahren, wie Menschen mit Lernschwierigkeiten sprachliche Barrieren in ihrem Alltag erleben und was sie sich wünschen würden. Ein Interview mit Tanja Greisel, einer erfahrenen Prüferin für Leichte Sprache, eröffnete zudem Einblicke in die praktische Prüftätigkeit und ihre persönlichen Erfahrungen. Ergänzende Videos zeigten schließlich, wie Leichte Sprache Barrieren abbaut, Selbstbestimmung stärkt und Teilhabe ermöglicht.

Sehr bereichernd war der aktive Austausch der Teilnehmenden untereinander und mit den Dozent*innen. Viele der Teilnehmenden arbeiteten in Projekten der Automobilindustrie und schilderten konkrete Situationen, in denen barrierefreie Kommunikation einen Unterschied machen könnte. Gespräche entwickelten sich etwa zu der Frage, wie Fahrzeug-Interfaces zugänglicher gestaltet werden können, welchen Einfluss verständliche Sprache auf Bedienungsanleitungen hat oder warum nicht nur Menschen mit Behinderungen, sondern alle Menschen von klar formulierten Texten profitieren. Dieser Transfer in die berufliche Praxis machte deutlich, wie groß das Potenzial ist, wenn Inklusion und Wirtschaft gemeinsam gedacht werden.

Am Ende beschrieben die Teilnehmenden es als besonders wertvoll, ein neues Bewusstsein für unterschiedliche Formen von Barrierefreiheit entwickelt zu haben. Viele nahmen die Erkenntnis mit, dass barrierefreie Produkte keine Zusatzoption sind, die man „auch noch mitdenkt“, sondern eine grundlegende Voraussetzung, um Kommunikation, Services und Technologien für mehr Menschen nutzbar zu machen. Barrierefreiheit schafft Zugänglichkeit, stärkt Nutzer*innen und verbessert Produkte – und damit auch die Wirtschaftlichkeit.

Wir blicken dankbar auf diese Fortbildung zurück. Die Fortbildungstage haben gezeigt, wie wichtig der Dialog zwischen Expert*innen für Inklusion und Fachleuten aus Design, Kommunikation und Forschung ist. Und er hat einmal mehr bestätigt, dass Leichte Sprache nicht nur eine Methode, sondern ein Stück gelebte Teilhabe ist.

Wer selbst Fortbildungen zu barrierefreier Kommunikation oder Leichter Sprache für Teams plant, ist herzlich eingeladen, sich bei uns zu melden. Gemeinsam gestalten wir Kommunikation, die niemanden ausschließt und allen Menschen Wege öffnet.

Powerpoint Präsentation der Fortbildung "Barrierefreiheit: Warum und wozu Leichte Sprache?" auf einem grauen Laptopbildschirm
Powerpoint der Fortbildung "Barrierefreiheit: Warum und wozu Leichte Sprache?" Foto: CABkom