Vom 6. bis 8. November fand der UK-Kongress in Leipzig statt – ein bedeutender Treffpunkt für Fachleute und Unterstützer*innen der Unterstützten Kommunikation aus ganz Deutschland. In diesem Jahr durften wir einen besonderen Programmpunkt gestalten. Unser Lebens-Buch wurde als Best-Practice-Beitrag unter mehr als 200 Einreichungen ausgewählt und am Samstag um 15 Uhr unter dem Titel „Mein Lebens-Buch – Mein Leben mit Bildern und Worten“ im inklusiven Team vorgestellt. Neben der inhaltlichen Vorstellung des Lebens-Buchs stand bei unserem Vortrag vor allem die inklusive Darbietungsform und Arbeitsweise im Mittelpunkt – dieser Ansatz stieß auf große Resonanz.
Warum ein Lebens-Buch? – Der fachliche Gedanke dahinter
Das Lebens-Buch entstand aus der grundlegenden Überzeugung, dass Menschen Erinnerungen festhalten, über ihr Leben nachdenken und ihre persönliche Geschichte erzählen möchten.
Das Reflektieren über Erlebtes, das Benennen von Wünschen und das Formulieren von Träumen sind wichtige Schritte, um das eigene Leben zu verstehen, Entscheidungen zu treffen und Ziele zu entwickeln. Viele Menschen brauchen für diese Erinnerungsarbeit jedoch Unterstützung. Sie benötigen:
- Leichte Sprache, die sie verstehen,
- visuelle Hilfen,
- gut strukturierte und barrierearme Materialien,
- sowie Unterstützte Kommunikation
Das Lebens-Buch wurde in einer inklusiven Arbeitsgruppe entwickelt. Es soll Erinnerungsarbeit erleichtern, Gespräche anregen und Selbstreflexion ermöglichen.
Unser Vortrag im inklusiven Team
Unser Vortrag wurde – passend zur Entstehung des Lebens-Buchs – in einem inklusiven Team gehalten. Für den Vortrag waren 65 Teilnehmende angemeldet, der Raum war gut gefüllt und das Interesse war deutlich spürbar.
Maria Hütter-Songailo, Prüferin für Leichte Sprache, stellte anschaulich dar, was Leichte Sprache bedeutet und weshalb sie so wichtig ist. Als Erfahrens-Expertin berichtete sie im dialogischen Teil von ihren persönlichen Erlebnissen mit dem Lebens-Buch: welche Seiten sie besonders gerne nutzt, wie sie beim Ausfüllen vorgegangen ist und viele praktische Tipps, sowie persönliche Einblicke.
Das berichtet Maria Hütter-Songailo von unserem Vortrag:
„Ich finde wir haben das echt klasse gemacht. Am Ende kamen Menschen auf uns zu. Und sagten Danke! Sie haben das gut gemacht. Wir haben sie auch ermutigt.“
Im Anschluss daran zeigte Susanne Weisenhorn-Plobner als UK-Beraterin und Dozentin für Unterstützte Kommunikation geeignete Hilfsmittel und erläuterte deren Einsatzmöglichkeiten in der Praxis, um den Blick auf kommunikative Unterstützungsmöglichkeiten zu erweitern.
Diese Kombination aus fachlichen Impulsen und authentischen Einblicken vermittelte den Teilnehmenden ein umfassendes Bild der vielseitigen Einsatzmöglichkeiten des Lebens-Buchs. Besonders deutlich wurde, dass die Arbeit mit dem Lebens-Buch ein Schlüssel zur Selbstbestimmung, Teilhabe und Identitätsentwicklung ist. Auch bietet sie eine wichtige Grundlage zur Kommunikation und erweitert deren Möglichkeiten.
Nach dem Vortrag haben wir zahlreiche positive Rückmeldungen erhalten.
Für unser CABkom-Team war es ein bewegender Moment, das fertige Produkt auf einer so großen Bühne zu präsentieren, die CAB zu vertreten und die inklusive Entstehung des Lebens-Buchs sichtbar zu machen. Es war eine aufregende und ehrenvolle Aufgabe, die uns noch lange in Erinnerung bleiben wird.
Ausblick
Aufgrund des großen Interesses planen wir, das Lebens-Buch künftig noch stärker in Fort- und Weiterbildungen einzubeziehen. Geplant sind Fortbildungen für Lebens-Begleiterin*innen zum Einsatz des Lebens-Buchs, sowie weitere Materialergänzungen für die praktische Anwendung. Bereits jetzt hat das geplante Zusatzmaterial für nächstes Jahr zum Thema „Meine Stopps – persönliche Grenzen“ viel positive Resonanz beim UK-Kongress erhalten. Dieses Material unterstützt Klient*innen dabei, ihre eigenen Grenzen wahrzunehmen, zu benennen und darüber ins Gespräch zu kommen. Es wurde von den Teilnehmenden als wertvolle Ergänzung zum Lebens-Buch wahrgenommen und kann im nächsten Jahr als kostenloser Download auf der Internetseite bezogen werden.