Fachwissen zu Unterstützter Kommunikation und Leichter Sprache

Barrierefreie Kommunikation braucht mehr als gute Absichten – sie braucht fachliche Grundlagen, klare Standards und geprüfte Qualität.
Auf dieser Seite bündeln wir unser Fachwissen zu Leichter Sprache und Unterstützter Kommunikation und ordnen zentrale Begriffe, Konzepte und Regeln ein.

Unser Ziel ist es, Orientierung zu geben, Fachbegriffe verständlich zu erklären und Sicherheit im Umgang mit barrierefreier Kommunikation zu schaffen.
Für alle, die professionell, verantwortungsvoll und inklusiv arbeiten wollen.

 

Fachwissen zur Unterstützten Kommunikation

Unterstützte Kommunikation (UK) unterstützt Menschen dabei, sich auszudrücken und/oder Sprache zu verstehen. Ausgehend von den Fähigkeiten des Menschen entwickeln wir gemeinsam passende Angebote und Maßnahmen, die maßgeblich zu einer gelingenden und selbstbestimmten Teilhabe beitragen. 

Kommunikation ist individuell – genau so müssen auch die Hilfsmittel sein. Ausgehend von den Fähigkeiten der Person werden Kommunikationshilfsmittel ausgewählt. In der Unterstützten Kommunikation gibt es eine Vielzahl von Hilfsmitteln, die die (Laut-) Sprache ergänzen oder ersetzen. Diese reichen von körpereigenen Hilfen (z. B. Mimik, Gestik, Gebärden, Zeige-/Blickbewegungen) über nicht elektronische Hilfen (z. B. Foto-, Symbole-, Bildkarten) bis hin zu elektronischen Sprachausgabegeräten wie z. B. einem Talker. Gemeinsam finden wir heraus, was zu Ihnen, Ihren Angehörigen oder den Menschen in Ihrer Einrichtung passt. 

In der Unterstützten Kommunikation werden verschiedene Methoden und Konzepte eingesetzt, um Kommunikation zugänglich und funktional zu gestalten. Ausgehend der individuelle Fähigkeiten und Ressourcen werden entsprechende Methoden bzw. Konzepte aus der Unterstützten Kommunikation ausgewählt und eingeführt. Häufig wird beispielsweise die Methode der Visualisierung und Strukturierung von Raum, Zeit oder Aktivitäten zur Unterstützung der Orientierung und Selbstständigkeit im Alltag eingesetzt. Diese hat zum Ziel, Inhalte sowie Abläufe verständlich und selbsterklärend darzustellen. 

Fachwissen zur Leichten Sprache

Leichte Sprache macht Informationen zugänglich und fördert so Selbstbestimmung und Teilhabe. Denn nicht alle Menschen können Texte in Standardsprache verstehen. Für viele Menschen ist Sprache eine Barriere – zum Beispiel durch Fachbegriffe, komplizierte Sätze oder eine unübersichtliche Gestaltung. Diese Menschen werden oft in ihrer Selbstbestimmung eingeschränkt und von der Gesellschaft ausgeschlossen.  

Die Leichte Sprache möchte dem entgegenwirken. Als besonders leicht verständliche Sprachvariante richtet sich die Leichte Sprache an Menschen mit Lernschwierigkeiten. Jedoch kann Leichte Sprache auch für andere Personengruppen die Teilhabe und Selbstbestimmung fördern: Menschen, die gerade Deutsch lernen, Menschen mit Demenz oder Menschen mit geringer Lesekompetenz.  

Leichte Sprache vermittelt Inhalte klar, verständlich und gut strukturiert. Leichte Sprache arbeitet viel mit Erklärungen und der Benennung von Zusammenhängen – und ermöglicht dadurch Teilhabe. 

Leichte Sprache kann im Alltag hilfreich sein – etwa bei Arztbesuchen, beim Nachrichten hören oder beim Verstehen von Formularen. Wenn Informationen leicht verständlich sind, stärkt das Selbstbestimmung und gesellschaftliche Teilhabe.

 

Leichte Sprache folgt festen Regeln: Sätze sind kurz und beinhalten möglichst nur eine Aussage, schwierige Wörter werden vermieden oder erklärt, Texte sind in großer Schrift gestaltet und werden durch Bilder unterstützt. Es gibt unterschiedliche Regelwerke für Leichte Sprache, die sich in Details unterscheiden, aber auf ähnlichen Prinzipien basieren. 

Als CABkom arbeiten wir nach den Regeln des Netzwerks Leichte Sprache e. V. Diese Regeln wurden im Netzwerk Leichte Sprache e. V. von Menschen mit und ohne Lernschwierigkeiten gemeinsam entwickelt. Diese Regeln entsprechen der DIN SPEC 33429 „Empfehlungen für Deutsche Leichte Sprache“. Eine besonders wichtige Regel des Netzwerks Leichte Sprache e. V. ist die Prüfung der Texte durch Menschen mit Lernschwierigkeiten. Nur sie können zuverlässig beurteilen, ob ein Text wirklich verständlich ist. So wird sichergestellt: Leichte Sprache ist verlässlich und qualitätsgesichert.

Der größte Unterschied zwischen Einfacher Sprache und Leichter Sprache stellt die Zielgruppe dar. Während die Einfache Sprache sich an eine breite Zielgruppe richtet und explizit Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen ausschließt, richtet sich die Leichte Sprache klar an den Bedarfen von Menschen mit Lernschwierigkeiten aus. Menschen mit Lernschwierigkeiten ist die Selbstbenennung von Menschen mit einer sogenannten geistigen Behinderung. Die Einfache Sprache ist stärker an der Standardsprache orientiert, so sind beispielsweise die Sätze nicht ganz so kurz bzw. auch einfache Nebensatzkonstruktionen sind Standard. 

Insgesamt ist die Einfache Sprache nicht ganz so stark vereinfacht wie die Leichte Sprache. Für uns liegt ein weiterer wichtiger Unterschied darin, dass die Zielgruppe der Menschen mit Lernschwierigkeiten nach den Regeln des Netzwerks für Leichte Sprache e. V. aktiv in den Erarbeitungsprozess von Leichter Sprache miteinbezogen wird. Jeder Text muss von Menschen mit Lernschwierigkeiten auf Verständlichkeit geprüft werden. Dadurch entsteht echte Teilhabe und gelebte Inklusion durch Leichte Sprache.

Fachartikel Leichte Sprache & Unterstützte Kommunikation

Grafik von einem Mann vor einem Laptop, auf dem ein Gehirn abgebildet ist und einer Frau, die ein sehr großes Smartphone mit einem Text in Leichter Sprache berührt.

CABkom | Leichte Sprache

Das sollten Sie bei der Nutzung von KI-Programmen zur Erstellung von Texten in Leichter Sprache beachten.

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Zwei Personen sitzen an einem weißen Tisch. Auf dem Tisch liegen verschiedene Hilfsmittel der Unterstützten Kommunikation, darunter ein Time-Timer, ein Tablet und ein Ringbuch mit Piktogrammen.

CABkom | Unterstützte Kommunikation

Übergänge für unterstützt kommunizierende Personen funktional gestalten.

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Schreibtisch mit der "Bitte Leichte Sprache"-Karte und einer Papierwolke mit der Aufschrift DIN SPEC 33429 "Empfehlungen für Deutsche Leichte Sprache"

Leichte Sprache

Erstmals einheitliche Empfehlungen für die Deutsche Leichte Sprache.

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